Jubiläum - 60 Jahre Auferstehungskirche Rot

In den 50er und 1960er Jahren entstand die schnell wachsende Wohnsiedlung Rot. Die Kirchengemeinde Zuffenhausen reagierte auf den Zuwachs von evangelischen Gemeindegliedern, indem sie bereits 1952 an den Landesbischof schrieb: „In der Rotwegsiedlung sind Menschen – evangelische Christen – zusammengeballt, ohne die Möglichkeit zu haben, sich in einem halbwegs ordentlichen Rahmen zu versammeln, um das Wort Gottes zu hören“. Es wurde zunächst eine neue Pfarrstelle eingerichtet und
dann ein Kindergartengebäude erstellt (1953), das auch für den Gottesdienst und weitere Gemeindeaktivitäten genutzt werden konnte.

Der Gesamtkirchengemeinderat Zuffenhausen entschloss sich am 5. Juli 1955 zum Bau der Auferstehungskirche nach den Plänen des Architekten Erwin Rohrberg. Am 2. Dezember 1956 wurde sie eingeweiht. Damit beendete die in der Entstehung begriffene Evangelische Kirchengemeinde in Rot das jahrelange Provisorium von Gottesdiensten unter dem freien Himmel, in der Baukantine und im Kindergarten. Die Gemeinde bekam eine neue Heimat. Entsprechend der zunehmenden Gemeindegliederzahl wurde die Kirche mit 500 Sitzplätzen in Kirchenbänken ausgestattet. Außerdem wurden bis zu 50 bewegliche Plätze für Kirchenchor und Orchester geschaffen. Markant sind der hohe
Kirchturm mit zahlreichen Rundfenstern, der von weither erkannt werden kann, und das zum Turm aufsteigende Pultdach. Die Kirche wurde zu einem Wahrzeichen von Rot.

Der Kirchenraum ist eher schlicht gestaltet. Auffallend ist die WalckerOrgel auf der Empore, das überlebensgroße Kruzifix mit dem Altar und die Kanzel. Das JonaRelief weist sichtbar auf die Auferstehung hin, in dessen Nähe der Taufstein sich befindet. Die wellenförmige dunkle Holzdecke wird kontrastiert durch die vielen farbigen Rundfester im Kirchenschiff, die besonders im Sommer wunderbare Lichtspiele erzeugen. Betritt man die Kirche durch einen der drei Eingänge, so führt der Weg vom Dunkel ins Licht, das durch ein horizontales Fensterband fällt und den Altarraum erhellt.

Der Name „Auferstehungskirche“ ist Programm. So heißt es in der Urkunde zur Grundsteinlegung: „Wir haben für dieses Haus aus den Vorschlägen der Gemeinde den Namen Auferstehungskirche bestimmt. Dieser Name soll uns und den späteren Geschlechtern hier den festen Grund unserer Christenhoffnung stets lebendig in Erinnerung rufen.“

In der Tat steht der gekreuzigte und auferstandene Christus im Mittelpunkt unseres Glaubens. Als Gott Jesus von den Toten kraft des Geistes auferweckt hat, da hat er auch uns versprochen, dass wir nach dem Tode leben können, in jenem Gottesreich, das kein Leid, keinen Schmerz und keinen Tod mehr kennt. Mit anderen Worten: Dort, wo Jesus ist, da ist auch das Leben, das ewige Leben, wie er es in den Gleichnissen des Himmelreichs beschreibt. So sagt er selbst: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt“ (Johannes 11,25).

Pfarrer Jörg-Michael Bohnet

Verwendet wurde das aus dem Anlass des 50jährigen Jubiläums der Auferstehungskirche vom Kirchengemeinderat der Evangelischen Kirchengemeinde StuttgartRot herausgegebene Buch: „Religiöse Beheimatung nach 1945. Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Stuttgart Rot“, Stuttgart 2006.

Außerdem wurde der Band von Sophie Kowall herangezogen: „Stuttgart baut auf! Architektur und Stadtplanung der Siedlung Rot“, Veröffent lichungen des Archivs der Stadt Stuttgart (Bd. 109), Stuttgart 2012. Hier sind Ausführungen zur Auferstehungskirche zu finden (S. 168 – 183).

Jubiläumskonzert – Musik für Orgel und Solisten

Unser Kirchenjubiläum beginnen wir am Samstag, den 3. Dezember 2016 mit einem ganz besonderen Konzert unserer Organistin Jihee Rhim. Ab 17 Uhr spielt sie auf der WalckerOrgel Musik internationaler Komponisten.
Zusammen mit Rira Seo, Fagott, und Chulhei Cho, Tenor, erklingen Werke u. a. von Wolfgang Amadeus Mozart und Felix Mendelssohn, von Bill Douglas und Leroy Anderson sowie von Ennio Morricone und Franz Lehár.
Herzliche Einladung – der Eintritt ist wie immer frei, um Spenden wird am Ausgang gebeten.